Zielsetzung für die pädagogische Arbeit

Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln. Wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel.“

Aus China

In den folgenden beiden Punkten beschreiben wir unsere Zielsetzung für die pädagogische Arbeit. Es ist wichtig, dass wir „am gleichen Strang ziehen“, deswegen ist unser Wunsch, dass wir mit Ihren wichtigsten Erziehungsvorstellungen übereinstimmen.

Aussagen zu erzieherischen Leitzielen

Für die Kinder wollen wir kein Mutterersatz sein, sondern eine Unterstützung in ihrer Entwicklung. Wir möchten für die Kinder mit viel Aufmerksamkeit, Lob und Ermutigung eine wichtige Bezugsperson sein.

Weiterhin wollen wir uns viel Zeit für die Kinder nehmen. Nicht das Resultat der Aktivitäten steht im Vordergrund, sondern die Aktivität selbst. Wir wollen Humor bewusst einbringen, denn Lachen ist nicht nur für das Miteinander gesund, sondern stärkt auch das Immunsystem. Wir wollen den Kindern ein gutes Vorbild sein, sei es in Fragen der Ernährung, Gesundheit oder im Umgang miteinander. Des Weiteren üben wir eine gewaltfreie Erziehung aus.

Wir sind davon überzeugt, dass eine gute Beziehung zwischen Ihnen und uns Tagesmüttern elementar für die Entwicklung des Kindes ist. Deshalb ist es uns wichtig, erzieherische Schwerpunkte mit den Eltern abzugleichen. Wenn Unstimmigkeiten auftauchen sollten, sind wir offen, über Ihre erzieherischen Vorstellungen zu sprechen und diese, so weit es geht, in unsere Arbeit mit einzuflechten.

 

Erziehung im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung

Für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder möchten wir einen Rahmen schaffen, in dem sie sich positiv entfalten können. In unserer Tagespflege achten wir ganz besonders darauf, dass die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder durch die Erwachsenen ernst genommen und zuverlässig erfüllt werden. Jedes Kind bringt eigene Fähigkeiten und Begabungen mit, die wir durch Ermutigungen und Unterstützung fördern wollen. Wir sind der Meinung, dass Kinder am besten in ihrem eigenen Rhythmus und in ihrer eigenen Art lernen. Wir unterstützen die Freude des Kindes am Lernen und die Selbständigkeit der Kinder bei ihren täglichen Aufgaben. Dadurch wird auch ihr Selbstvertrauen gestärkt.

Förderung der sozialen Fähigkeiten

Für das Umsetzen sozialer Verhaltensweisen und das Leben in der Gemeinschaft sind soziale Kontakte zu Gleichaltrigen und anderen Menschen erforderlich. Eine Tagespflege ist eine familienergänzende Erfahrung für das Kind, bei der es „Geschwisterkontakte“ aufbauen kann.

Die Kinder können hier durch die gemeinschaftlichen Bildungsangebote, wie z.B. beim Singen, Tanzen, Malen, Basteln, Erstellen gemeinsamer Projekte usw. ihre sozialen und emotionalen Fähigkeiten erproben. Dazu gehören beispielsweise gegenseitige Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft, Zeigen von Mitgefühl, Teilen und das Verbalisieren von eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Im Freispiel kommen die sozialen Kompetenzen besonders zum Tragen, da sich die Kinder ihren Ort, ihre Spielmaterialien und ihren Spielpartner selber aussuchen können.

Regeln werden spielerisch eingeführt, wie z.B. durch Rollenspiele. Bei Konflikten wollen wir das Vertrauen in die Kompetenzen der Kinder stärken, indem wir keine vorschnellen Lösungen anbieten, sondern nur unterstützend eingreifen. Für uns ist es wichtig, dass beide Kinder mit einer positiven Lösung aus dem Konflikt herauskommen.

 

Freude am Lernen und Wissenserweiterung

Erkläre mir, und ich vergesse. Zeige mir, und ich erinnere. Lass mich es tun, und ich verstehe.“ Konfuzius.

Unser Anliegen ist es, die Kinder in ihrer Entfaltung so viel wie möglich zu unterstützen. Oft kann man die einzelnen Entwicklungsmöglichkeiten nicht von einander trennen und es entsteht eine Mischung aus mehreren Bildungsbereichen. Ihre Kinder sollen spielerisch die Welt entdecken und gleichzeitig wollen wir sie nicht nur in ihrer sozialen Kompetenz, sondern auch in anderen Bildungsbereichen unterstützen.

Sprache

Das durchschnittlich gesunde Kind lernt bis zum Ende eines Lebensjahres sein erstes Wort. Die meisten Kinder verfügen bis zur Mitte des zweiten Lebensjahres über 50 Wörter. Die Einzelwörter fungieren in der Kommunikation als Sätze, wie z.B. das Wort „Ball“ darauf hinweist, dass das Kind mit dem Ball spielen möchte. Der Wortschatz erweitert sich signifikant im Verlauf des zweiten Lebensjahres, und die ersten Zweiwortsätze werden gebildet. Mit etwa drei Jahren bildet das Kind grammatikalisch vollständige Sätze. Sprachliche Bildung ist ein Prozess, der nie abgeschlossen ist, weshalb einer unserer Schwerpunkte die Förderung der Sprache ist.

Für die sprachliche Ausdrucksmöglichkeit bieten wir Bilderbücher, Fingerspiele und Lieder an. Außerdem verbalisieren wir die Handlungen des Kindes, wie z.B. wenn das Kind auf ein Objekt zeigt, dieses jedoch noch nicht benennen kann oder wenn es mit etwas spielt. So kann das Kind sich die Namen der Gegenstände merken. Damit wollen wir die Freude und Neugier auf das Sprechen wecken. Zusätzlich wollen wir die Kinder für eine zweite Sprache sensibilisieren, indem wir  kurze und einfache Wörter aus der englischen Sprache, wie z.B. „Hello“, „Bye“, „Please“ und „Thank you“ jeden Tag zu einer bestimmten Zeit wiederholen.

Motorische Fähigkeiten

Für ein gutes Körpergefühl und Freude an Bewegung stellen wir folgendes Material zur Verfügung:

Hüpftiere, Trampolin, Seile, Bälle, Fahrzeuge, Schaukel, Rutsche, Garten zum Toben und Klettern, Bewegungsspiele im Freien. Zusätzlich verfügen wir über die Möglichkeit zum Balancieren über verschiedene Treppen und Ebenen, um das Gleichgewicht zu trainieren.

Außerdem werden wir regelmäßig Spaziergänge im Wald machen, wo die Kinder über Stock und Stein im Wald laufen können.

Gefühl für Schönes zu entwickeln, mit Farben, Formen, Musik und Fantasie.

Wir fördern die Kinder mit allen Sinnen (Hören, Sehen, Riechen, Fühlen, Schmecken). Es werden Sinneswochen durchgeführt, in denen wir eine Fühlwand basteln, einen Sinnesweg gehen, ein Sinnesbad nehmen und vieles mehr. Des Weiteren werden wir viel basteln, malen und kreative Objekte kreieren. Dabei geben wir den Kindern viel Anregung, aber keine fest formulierten Aufträge. Wir sind neugierig, was die Kinder produzieren, denn so lernt man die individuellen Neigungen und Veranlagungen der Kinder am besten kennen. Wir bieten für die Kreativität viele unterschiedliche Materialien an, wie z.B. Fingerfarben, Sand, Kleister, Federn, Steine, Murmeln, Holz, Muscheln, Knete, Wattepads und vieles mehr. Malstifte und Papier sind bei uns zu jeder Zeit zugänglich, so können die Kinder frei wählen, ob sie spielen oder malen möchten. Weiterhin gibt es auch Musikinstrumente, die wir zum Teil auch selber basteln werden, wie z.B. Rasseln, Glockenspiel und Trommel.

Fragen, Forschen, Staunen bei Naturerfahrungen

Da bei uns der Wald sehr nahe liegt, wollen wir regelmäßig in den Wald gehen und Lebewesen, Pflanzen oder Naturmaterialien, wie z.B. Holz, Sand, Kies, Lehm, Steine und Wasser entdecken. Dort möchten wir nicht nur die Namen der Bäume und Tiere kennenlernen, sondern auch deren Lebensweise beobachten. Auch im Garten können wir Blumen oder Gemüse gemeinsam pflanzen und erforschen. Überall draußen werden natürliche Spielmaterialien angeboten, die die Kinder „unter die Lupe“ nehmen können. Wir wollen so oft wie möglich mit den Kindern raus gehen und sie für die Vielfalt, dieGeheimnisse und das Unerforschte der Natur begeistern. Die Naturwissenschaften möchten wir in unseren Alltag einfließen lassen, sei es beim Tischdecken, Finger zählen oder Bausteine nach Farben und Formen sortieren.

Ethische und religiöse Fragen, Wertevorstellungen

Christliche Feiertage, wie z.B. Ostern, Pfingsten, Himmelfahrt und Weihnachten werden anhand von Büchern und Geschichten erklärt. Viele kreative Möglichkeiten bieten auch Jahresfeiertage wie Muttertag oder Erntedankfest. Um den Sinn zu vertiefen, werden Bastelangebote, Lieder oder Rollenspiele durchgeführt.
Wir möchten den Kindern gegenseitigen Respekt und Wertschätzung vermitteln. Durch Bilderbücher und lebenspraktische Situationen möchten wir ihnen helfen, mit ihren Gefühlen lernen umzugehen und auch für die Gefühle anderer sensibel zu werden.

Wir wollen jedem Kind vermitteln, dass es etwas Besonderes ist, indem wir jeden Geburtstag feiern. Auch wenn es später heißt „Abschied nehmen“ wollen wir dieses besondere Ereignis mit dem Kind würdigen und ihm als Erinnerung eine CD mit Bildern aus der Tagespflegezeit und einen Ordner mit gesammelten Werken des Kindes schenken.

Lebenspraktische Kompetenzen und die Selbstständigkeitsentwicklung

Wir möchten den Kindern helfen, Dinge selbst zu tun, indem wir ihnen ein Stück Selbstständigkeit vermitteln. Beispiele dafür sind:

  • Händewaschen, Haare kämmen,
  • Aufräumen
  • Tisch decken
  • An- und Ausziehen
  • Topf/Toilettengang
  • eigene Spielideen gestalten

All dies wird alles mit Hilfe, wo dies nötig ist, und viel Lob von uns Tagesmüttern unterstützt.